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Die Bergbaustadt Bergkamen

Erleben Sie die Geschichte des Bergbaus digital - mit historischen Fotos, persönlichen Geschichten und interaktiven Karten an sechs besonderen Orten.

Bergkamen

Die Bergbaustadt Bergkamen

Inhaltsverzeichnis

      Vom Schacht zur Stadt
      Bergbaugeschichte
      Geschichte der Stadt Bergkamen
      Audio-Guide
      Galerie
      Glossar
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Die Bergbaustadt Bergkamen

Vom Schacht zur Stadt

Die Stadt Bergkamen blickt auf eine eindrucksvolle Bergbaugeschichte zurück, die eng mit der Entwicklung des Ruhrgebiets verbunden ist. Vom Beginn der industriellen Steinkohlenförderung und der Abteufung des ersten Schachts der Zeche Grimberg 1/2 im Jahr 1890 über die Zeit des wirtschaftlichen Aufschwungs bis zur Schließung der letzten Zeche im Jahr 2001 hat der Bergbau das Leben in der Stadt entscheidend geprägt – wirtschaftlich, sozial und kulturell.

Gemessen an der Fördermenge und der Zahl der Beschäftigten entwickelte sich Bergkamen zur größten Bergbaustadt Europas. Zudem wurde hier in den 1980er- Jahren mit der Zeche Neu-Monopol eine der modernsten Zechenanlagen Europas betrieben. Doch mit der Kohlekrise in den 1960er-Jahren begann der allmähliche Niedergang der Steinkohlenförderung. Die Zechen wurden nach und nach geschlossen. Der Förderturm der Zeche Neu-Monopol ist als einziges erhaltenes Bauwerk dieser Zeit ein sichtbares Wahrzeichen der industriellen Vergangenheit.

Seitdem hat sich Bergkamen stark verändert. Die Stadt hat den Strukturwandel aktiv gestaltet: Auf ehemaligen Zechenflächen entstanden neue Gewerbegebiete, Freizeitanlagen und Erholungsräume. Die sichtbaren Spuren des Bergbaus treten dabei zunehmend in den Hintergrund – umso wichtiger ist es, dieses Erbe zu bewahren.

Die bergkamen.erleben.app macht die Geschichte des Bergbaus digital erlebbar. Sie bietet Informationen, historische Fotos sowie persönliche Geschichten, verknüpft mit interaktiven Karten. Dadurch erhalten die Nutzerinnen und Nutzer einen Einblick über so bedeutende Orte wie ehemalige Zechen, Fördertürme oder Halden. Die App verbindet Geschichte, Information und Erlebnis in einem modernen Angebot - ein digitales Tor für alle, die sich für die Bergbaugeschichte interessieren.

Aufgrund des sehr großen Themenumfangs konzentriert sich die App auf 6 ausgewählte Standorte, um einzelne Aspekte anschaulich und verständlich zu vermitteln.

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Die Bergbaustadt Bergkamen

Bergbaugeschichte im Ruhrgebiet

Die ersten schriftlichen Hinweise auf den Kohleabbau im Ruhrgebiet stammen aus dem Jahr 1302. Damals wurde die Kohle nur oberirdisch abgebaut. Man grub sogenannte Pingen, trichterförmige Löcher, bis eindringendes Regen- und Grundwasser den Abbau verhinderte.

Erst um 1800 begann vor allem um Bochum herum der Bau von Tiefbauschächten. In der Zeche Vollmond wurde im Jahr 1801 erstmals eine Dampfmaschine eingesetzt. Sie pumpte das Wasser aus den Schächten, so dass auch in größeren Tiefen Kohle gefördert werden konnte. Bereits 1808 erreichte man eine Tiefe von 48 Metern. Ab den 1840er-Jahren stieg die Steinkohlenförderung stark an. Fördermengen von über einer Million Tonnen waren keine Seltenheit mehr. Unternehmen wie Krupp benötigten für ihre Dampfmaschinen und Produktionsanlagen immer größere Mengen an Kohle. Der Anstieg der Steinkohlenförderung zog einen erhöhten Bedarf an Arbeitskräften nach sich, was wiederum Zuwanderung erforderte und den Bau neuer Arbeitersiedlungen notwendig machte.

In Bergkamen begann der Bergbau im Jahr 1890 mit dem Abteufen der Schächte Grimberg 1 und 2. Seitdem kamen weitere Zechen hinzu. Die zukünftige Stadt Bergkamen entwickelte sich zu einem bedeutenden Bergbaustandort in der Region. 1981 nahm die Zeche Neu-Monopol ihren Betrieb auf – damals galt sie als die modernste Zeche Europas. Schon seit dem 19. Jahrhundert stieg der Bedarf an Bergleuten stetig an. Durch den Zuzug neuer Arbeitskräfte und ihrer Familien entstanden in den dörflich geprägten Gemeinden zahlreiche Arbeitersiedlungen, Schulen sowie kulturelles Leben – geprägt vom engen Zusammenhalt und gegenseitiger Unterstützung. Mit der Schließung der Zeche Haus Aden im Jahr 2001 endete in Bergkamen die lange Bergbaugeschichte.

Die Schließung der Zechen stellte die Stadt vor neue Herausforderungen. Der Strukturwandel nahm seinen Lauf: Auf ehemaligen Industrieflächen entstanden neue Wohngebiete, Gewerbeparks mit neuen Arbeitsplätzen und Freizeitangebote – wie etwa die zukünftige Wasserstadt Aden. Ehemalige Halden wurden zu naturnahen Erholungsgebieten umstrukturiert.

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Die Bergbaustadt Bergkamen

Geschichte der Stadt Bergkamen

Bergkamen ist eine Stadt mit vergleichsweise junger Geschichte. Sie wurde erst 1966 durch den Zusammenschluss der sechs ehemals eigenständigen Gemeinden Rünthe, Oberaden, Weddinghofen, Heil, Bergkamen und Overberge gegründet.

Ursprünglich waren die Gemeinden ländlich geprägt. Die Menschen lebten vor allem von der Landwirtschaft oder übten handwerkliche Berufe aus. Mit dem Beginn des Steinkohlenbergbaus gegen Ende des 19. Jahrhunderts vollzog sich ein tiefgreifender Wandel. Die Erschließung der Zeche Grimberg 1/2 ab dem Jahr 1890 markierte den Aufbruch in eine neue Zeit, die der Industrialisierung.

Die dringend benötigten Arbeitskräfte kamen aus verschiedenen Regionen des Königreichs Preußens und zogen in die Gegend. Die Folge war ein rascher Anstieg der Bevölkerung. Lebten um 1900 noch wenige Tausend Menschen in den einzelnen Gemeinden, so stieg die Zahl im Laufe des 20. Jahrhunderts stark an. Zwischen 1950 und 1970 verdoppelte sich die Einwohnerzahl nahezu. Mit über 50.000 Einwohnerinnen und Einwohnern gehört Bergkamen heute zu den mittelgroßen Städten in Nordrhein-Westfalen. Der Bergbau prägte nicht nur die Wirtschaft, sondern auch das soziale Leben. Es entstanden neue Arbeitersiedlungen, Schulen, Kirchen sowie zahlreiche Vereine und Interessensgruppen.

Die Gründung der Stadt Bergkamen erfolgte am 1. Januar 1966 im Rahmen der kommunalen Neugliederung Nordrhein-Westfalens. Mit der Neugründung wurden die Verwaltungsstrukturen zentralisiert und gemeinsame Einrichtungen sowie Infrastrukturen aufgebaut. Auch ein neuer Stadtkern mit zentralen Einkaufsmöglichkeiten war für die entstehende Stadt vorgesehen. Das Rathaus wurde 1976 errichtet, das Gymnasium erhielt sein erstes Gebäude 1969. Zugleich blieb die kulturelle Vielfalt und Dezentralität der ehemaligen Gemeinden erhalten und prägt die Stadt bis heute.

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Glossar